Schrift

Sätze, Wörter, Buchstaben. Wir lesen sie jeden Tag und nehmen gleichzeitig den damit verbundenen Inhalt auf – bis hier alles banal. Beherrschen wir die Sprache jedoch nicht, für welche diese genutzt werden, kann man es sich schon nur noch ableiten oder ahnen. Benutzt die Sprache andere Schriftzeichen wie in z.B. diversen asiatischen Sprachen, steht man bereits völlig planlos dar, wenn man diese nicht gezielt gelernt hat. Dabei wird die Frage aufgeworfen, was alles verschriftliche Sprache ist oder dieser ähnelt, ohne dass wir diese als solche wahrnehmen. Eine Schrift zu entziffern ohne jegliche Anleitungshilfe bedarf bereits Expertenwissen. So ist die wilde Keilschrift die moderne Schrift der Vergangenheit gewesen, ägyptische Hieroglyphen das Mittel um Gedanken und Philosophien festzuhalten und doch sehen wir sie unseren heutigen Schriften nicht als gleichwertig an. Lustige Bildchen und wirre aneinandergereihte Symbole, sowas gibt es heutzutage nicht, oder? Nimmt man etwas Abstand und betrachtet die Buchstaben mit denen dieser Text geschrieben ist genauer, merkt man, dass sich eigentlich nichts verändert hat. Wir haben uns nur an die geschwungenen Symbole welche in langen Wortkettenverwirrungsaneinandereihungen, welche schier kein Ende nehmen wollen, gewöhnt. Die Schrift verändert sich parallel mit der Sprache und so wird sie sich auch in Zukunft verändern. Das einzige was sie erfüllen müssen ist eine Botschaft, einen Gedanken oder ein Gefühl in etwas bleibendes Materielles festzuhalten. Folgt man diesem Gedanken sind Noten die Schrift der Sprache der Musik und könnten somit genauso wie diese fungieren. Während wir die Gesänge von Vögeln als Musik empfinden, kommunzieren diese darüber miteinander. In der Hinsicht sind Lieder mit Text ein Gemisch aus mehreren Sprachen, ein multilinguales Werk. Der Geist muss für die vielfältigen Möglichkeiten der Kommunikation offen bleiben. Nur weil ein Weg stark begangen wird, sind die anderen nicht verschlossen. Ich beende mit passendem Zitat: “Zwei Wege boten sich mir dar, ich wählte den, der weniger betreten war -und das veränderte mein Leben” (Robert Lee Frost).


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One response to “Schrift”

  1. L avatar
    L

    Wahnsinn! Sprache ist da um sich zu verständigen, hab ich schon immer gesagt.

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