Heute das erste Buchclubmeeting im Neuzeit (Herzenscafes). Endlich haben wir mal ein Buch in einem Monat geschafft! Und es war guuuutttt… sehr gut. Franz Huchel kommt in das Wien der dreißiger Jahre, kurz bervor es vollständig vom Nationalsozialismus ergriffen wird. Die ersten 130 Seiten geht es größtenteils um seine Beziehung zu Freud und seiner ersten große Liebe, Anzeka. Emma mochte Anezka von Anfang an nicht („ich fand sie richtig oll“). Mir ging es ähnlich. Da die ersten 130 Seiten sehr von seiner unerwiderten Liebe zu ihr geprägt waren („als er auf gut deutsch geghosted wurde”) fand ich sie ein wenig zäh. Emma gibt mir jedoch zu verstehen, dass das die Quintessenz des Buches war: Dass es sich ganz langsam aufbaut, man eine Beziehung zu den Figuren aufbaut und sich dann plötzlich die Geschehnisse überschlagen. Und wahrscheinlich hat sie recht. Insbesondere die persönliche Entwicklung von Franz fanden wir wirklich beeindruckend: Von einem relativ unpolitischen, naiven Jungen zu einem Mann mit einem Traum. Wie schnell die Gesellschaft im Wien der dreißiger Jahre zum Nationalsozialismus gekippt ist und welche dramatischen Folgen das hatte, sollten jedem eine Warnung sein. Ingesamt wollen wir auch nicht zuuu viel verraten, für die wenigen nicht-Mitglieder die das hier gerade lesen. Es bekommt auf der literature hotties scale den Grad … (muss noch erörtert werden, aber ziemlich weit oben). Das nächste Buch fanden wir auf der Buchmesse („Los Leo, lass mal zwei mitgehen…“) und ist geschrieben von einem Weltmeister…
Bis zum nächsten Monat
Eure Literature Hotties Emma und Leo
